Viele Argumente sprechen für ein Planetarium auf dem Stiftungsgelände

Liebe Mitglieder und Freunde der Franckeschen Stiftungen,

soweit Sie in Halle und Umgebung wohnen, haben Sie sicher schon etwas vom Schicksal des Halleschen Planetariums mitbekommen. Den anderen sei gesagt, dass diese schöne und gern besuchte Einrichtung vor einem Jahr in den Saalefluten versunken ist. Seither dreht sich die Diskussion um die Frage, ob und wenn ja wo man es denn wieder errichten sollte, denn, darüber besteht Einigkeit, auf der Peißnitz sollte es nicht wieder sein: Zu groß ist heutzutage die Gefahr, dass es in einer der in immer kürzerem Abstand auflaufenden Jahrhundertfluten wieder untergeht. Diverse Standorte wurden und werden diskutiert, darunter auch einer auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen, und zwar – ohne das in der Pufferzone des Welterbeantrages liegende Gebäude nachhaltig zu verändern - in der Scheune (Spielehaus).

Natürlich gibt es auch andere bedenkenswerte Standorte in Halle, doch, wie die beigefügte kurze Zusammenstellung unseres Mitglieds J. Lichtenfeld, der dem Planetarium seit langem verbunden ist, zeigt, spricht aus historischer Sicht eine ganze Menge für einen Standort in den Stiftungen. Schon August Herrmann Francke war von der Bedeutung der Astronomie im Rahmen seiner „Bildungsoffensive“ überzeugt und hat einige bauliche und organisatorische Vorkehrungen für die Beobachtung der Gestirne geschaffen. Viele auf dem Gelände befindliche Bildungseinrichtungen, aber natürlich auch alle anderen und die Bürger der Stadt Halle und ihres Umlandes könnten von einem Planetarium in den Franckeschen Stiftungen profitieren. Francke, dessen bin ich mir sicher, würde sich über eine entsprechende Initiative freuen.

Für den Wiederaufbau des Planetariums gibt es Fluthilfe-Mittel, doch reichen diese nicht aus, um alle beim Bau und der Einrichtung entstehenden Kosten zu decken – nicht hier, aber auch nicht an den anderen Standorten. Es muss also auf alle Fälle von dritter Seite etwas hinzukommen. Sollte der Freundeskreis hier nicht einen Stein ins Wasser werfen? Ich bin mir sicher, er würde Kreise ziehen.

Nicht auf dem Halleschen Stadtgottesacker, sondern an der Königsberger Schlossmauer findet sich ein Gedenkstein mit der Inschrift: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ Der Satz stammt von Immanuel Kant. Man sagt auch, dass die Beschäftigung mit dem Sternenhimmel die Ehrfurcht vor der Natur im Allgemeinen fördert. Oder um es modern auszudrücken: Sie erweitert den Horizont. Und das sollte sie auch in Halle weiterhin tun können. Am ehesten in den Stiftungen, meint

mit freundlichen Grüßen
Ihr Michael Reinboth

Franckes Astronomie zusammengestellt von Jörg Lichtenfeld